Bündnis Erklärung DIE LINKE. MG

Mittwoch, 13. Mai 2009 um 12:52 Uhr DIE LINKE. MG
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Der AStA der HSNR hat zum Bündnis „Bildungsstreik am Niederrhein“ aufgerufen. Schon zu den ersten Treffen kamen etliche Organisationen aus dem studentischen und schulischen Bereich, aus Politik und Gewerkschaft, aus außerparlamentarischer Opposition und anderen Verbände. Alle sind sich einig: Die derzeitigen Zustände und Entwicklungen im Bildungssystem sind nicht weiter hinnehmbar!

Doch was soll Bildungsstreik heißen? Ein Streik soll doch Produktionsprozesse lahm legen und so Druck ausüben. Aber Bildung ist eben keine Ware – welche Produktion soll dann lahm gelegt werden? Schaden wir uns nicht selber, wenn wir den Bildungseinrichtungen fern bleiben?
Nein! – Weltweit sind Umstrukturierungen aller Lebensbereiche nicht mehr gemeinwohlorientiert, sondern den so genannten Gesetzen des Marktes unterworfen. Seit ein paar Jahren ist auch das Bildungssystem in den Fokus solcher “Reformen” geraten:
Bildungsgebühren und die Privatisierung treffen uns alle!
Diese Prinzipien des Marktes werden bestreikt!
Ziel des Bildungsstreiks ist es, eine Diskussion zur Zukunft des Bildungsystems anzuregen. Des weiteren sollen Möglichkeiten einer fortschrittlichen und emanzipatorischen Bildungs- und Gesellschaftspolitk aufgezeigt und durchgesetzt werden. Dem Einfl uss der maßgeblichen politischen und ökonomischen Interessen im Bildungsbereich werden Alternativen entgegengesetzt:

Deswegen gibt es eine bundesweite Aktionswoche vom 15. -19. 06. 2009. Überall werden SchülerInnen und Studierende demonstrieren und mit anderen Veranstaltungen auf die Misere aufmerksam machen. Und das in einem Bündnis mit vielen gesellschaftlichen Gruppen, denn wir sind überall mit der gleichen Politik konfrontiert: An der Hochschule, in den Schulen und im Betrieb. Der „Bildungsstreik am Niederrhein“ will die Kräfte der Region bündeln und ruft zu einer zentralen Demonstration am 17 Juni 2009 in Krefeld auf.

In Anbetracht der Europawahl muss die Situation im Bildungswesen auch in den richtigen Kontext gestellt werden: Das humanistische Ideal einer zur kritischen Refl exion befähigenden, gemeinwohlorientierten Bildung wird zurückgedrängt.
Stattdessen wird Bildung den Bedürfnissen des Marktes angepasst und damit selbst mehr und mehr zur Ware.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt deutlich, dass die Auswirkungen wettbewerbsorientierter Entscheidungskriterien verheerend sind. Global sind es die GATSVerträge, in Europa der Bologna-Prozess, die den Kern solcher Reformen bilden. In vielen Ländern protestieren bereits Menschen dagegen, so z.B. in Mexiko, Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland. In diesem internationalen Zusammenhang steht auch der Bildungsstreik 2009.

Deswegen beteiligt sich auch DIE LINKE. Mönchengladbach und die Linksjugend Solid am „Bildungsstreik am Niederrhein“.

Kommt alle am 17. Juni 2009 um 14:00 Uhr zum Hbf. Krefeld!