Über 100.000 auf der Straße

Donnerstag, 18. Juni 2009 um 07:17 Uhr Sonstige
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Pressemitteilung des fzs vom 17.06.2009:
StudentInnen und SchülerInnen demonstrieren gegen Missstände im Bildungssystem

BRD (fzs). Bei den heutigen Demonstrationen gegen die Missstände im deutschen Bildungssystem gingen mehr als 100.000 Menschen auf die Strasse. In mehr als 70 Städten hatten Bündnisse aus studentischen Gruppen, Schülervertretungen und Gewerkschaften zu den Protesten aufgerufen. Die Kernpunkte der Forderungen sind eine Demokratisierung der Hochschulen, ausreichende Finanzierung von Bildungseinrichtungen und die Abschaffung jeglicher Gebühren im Bildungssystem. Darüber hinaus fordern insbesondere die Schülervertretungen die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems.

"Im deutschen Bildungssystem wird nur gefördert und durchgelassen, wer auch bezahlen kann.", stellt Thomas Warnau vom Vorstand des freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) klar, "Es fängt mit Gebühren für den Kindergarten an, geht über die  Selektion nach der vierten Klasse weiter und endet mit gebührenpflichtigen Studiengängen an der Hochschule."

Der fzs fordert die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. Immer wieder wird belgt, dass die Durchlässigkeit zum Abitur für Menschen aus sozial niedrigen Schichten erschwert ist.Insbesondere durch die Studiengebühren wird diese soziale Selektion noch verschärft. "Sozialverträgliche Studiengebühren sind ein Mythos," so Anja Gadow, ebenfalls Vorstandsmitglied im fzs, "wer niedrige Zahlen von beantragten Darlehen als Beleg für die Sozialverträglichkeit heranzieht, verkennt dass viel Menschen aus sozial niedrigen Schichten von vornherein abgeschreckt werden oder durch das Schulsystem bereits aussortiert wurden."

Mittlerweile sind in 13 Bundesländern Studiengebühren eingeführt. Das Spektrum reicht von Langzeitstudiengebühren bis zu allgemeinen Studiengebühren in Höhe von 500 €. Der fzs fordert die Abschaffung jeglicher Form von Bildungsgebühren, um allen Menschen die gleichen Chancen auf Bildung zu ermöglichen. Die Finanzierung des Bildungssystems muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aus Steuermitteln erfolgen. Dabei dürfen nicht durch Elitenförderung wenige von zusätzlichem Geld profitieren, sondern alle Hochschulen brauchen eine ausreichende Finanzierung.

Die Protest im Rahmen des Bildungsstreik 2009 sollen sich noch bis Freitag fortsetzen. "Der heutige Tag ist nur ein vorläufiger Höhepunkt im Kampf für ein sozial gerechte Bildungssystem! SchülerInnen, StudentInnen und andere Akteure werden auch weiterhin die Misstände aufzeigen und die Politik wird letzlich zum Handeln gezwungen sein." schließt Thomas Warnau, Vorstandmitglied im fzs.